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Emilie
 
 
Nachdem Gretchen, Benjamins erste Partnerin, nach nur elf Monaten hier nach Krankheit verstarb,
 ging ich ins Tierheim, um eine neue Partnerin für ihn zu finden.
Ich selbst war noch nicht über den Tod von Gretchen hinweg und so gefiel mir kein dort einsitzendes Kaninchen.
 
Eines Tages, ich suchte schon 2-3 Wochen, dachte ich mir "Wenn es heute einen Neuzugang gibt, den
ich mitnehmen kann, dann soll es die sein". Und so war es.
 
Der Pfleger begegnete mir schon mit den Worten "Ich hab was für Sie" und führte mich zu den Außenkäfigen. Dort saß eine wildfarbene Kaninchendame mit weißer Nase.
 
Kurzentschlossen befand ich, dass es die sein sollte.
Weil sie ein Fundtier war, sollte sie nach vorbeugend ein Mittel gegen Kokzidien bekommen, wie es in
dem Tierheim üblich war. Ich bekam das Mittel und verabreichte es bei mir. Dadurch dauert es auch
noch mit der Zusammenführung.
 
Die Zusammenführung dauerte ewig. Benjamin jagte Emilie und Emilie haute ab. Sie schlief die ersten Monate auf dem Sofa und war immer nur kurz auf dem Boden, bis Benny sie entdeckte. Auf dem
Sofa liess er sie in Ruhe.
Emilie zeigte sich aber auch wirklich nicht von der nettesten Seite. Sie knurrte, rannt wie irre hinter
unseren Füßen her und war wie aufgedreht.
 
Ziemlich spät, also erst nach Monaten, fand die wilde aufgedrehte Emilie ihren Weg in mein Herz.
Ab dem Moment regulierte sich auch die Beziehung zu Benny und die beiden begannen, auch mal
zu kuscheln.
 
 
Bei der großen Zusammenführung im März 2004 hielt Emilie sich aus allem raus. Sie setzte sich auf
Sofa, schaute ab und an mal runter, ging schnell was fressn, wenn sie Hunger hatte, und verpielselte
sich dann wieder aufs Sofa. Es machte den Eindruck, als ob sie auf diesen ganzen Ärger einfach keine
Lust hatte!
 
 
Leider zeigte sich Emilie immer wieder extrem hormongesteuert. Es wurde gebuddelt, Fell ausgerissen, (zugegebenermaßen wirklich entzückende) Nester gebaut, und sie war gar nicht mehr sie selbst.
Teilweise saß sie mit Fell im Maul, dass sie sich eben noch ausgerissen hatte, irgendwo und dann wurde
ihr Blick wieder "klar" und sie spuckte das Fell wieder aus. Sie wirkte dann immer wie verwundert, woher das ganze Fell in ihrem Maul kam. Sie schüttelte sich kurz und hopste davon.
Weil das scheinträchtige Verhalten überhand nahm und auch homöopathische Mittel nur sehr kurzfristig halfen, entschloss ich mich, Emilie kastrieren zu lassen.
 
 
 
Das hat Emilie sehr verändert. Schlagartig war Fenja diejenige, die das Sagen hatte bei den beiden.
Ein kurzes Ohrenzucken reicht seitdem, um Emilie von dem abzubringen, was Fenja grade nicht möchte.
Aber sie lebt entspannter und muss nicht mehr nur das tun, was die Hormone ihr diktieren.
 
 
Sie ist eine wirklich süße Maus, die hoffentlich noch lange hier lebt!
 
Sie ist sogar Fotomodel geworden:
 
 
Emilie als Warnschild, zu erhalten im  Kaninchenschutzshop